Josef Riedl und Julia Gratzer

Häfntheater

#Soziales Miteinander    Community Darstellende Kunst
Termine

Unzählige nicht-erzählter Geschichten. Elf Menschen. Eine „Totale Institution“ – übrigens alles andere als eine Stätte des Intellekts, so meinte Goffman. Literatur und die Kunstform Theater. Mischen einander durch. Gestaltet wird jetzt noch Unbekanntes.

Themen des Zusammenlebens werden inhaltlich auf die Probe gestellt und nach allzu menschlichen Beweggründen unseres Handelns durchforstet. Gier, Neid, Anerkennung Kontrolle, Unterwerfung, Sehnsucht, Rache und natürlich die Liebe: William Shakespeare und das reale Leben bieten genügend Stoff für eine gemeinsame Theaterreise. Die einem im Übrigen immer etwas verändert zurücklässt.

(c) Julia Gratzer

Sechs Monate lang wird wöchentlich geprobt, einander kennen gelernt und eigene Grenzen erkannt und erweitert. Die Aufführungen finden in der Justizanstalt Karlau halböffentlich statt.

„Häfntheater“ entsteht unter der Projektleitung von Josef Riedl und der Justizanstalt Karlau, für die künstlerische Leitung zeichnet sich Julia Gratzer verantwortlich. Das Schauspielhaus Graz tritt als Kooperationspartner auf.

(c) Julia Gratzer
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Termine
07 Oct2021

Premiere "Acht liederliche Türme"
15:00 // Ort: Haupteingang Justizanstalt Karlau Lageplan googlemaps // Audiowalk

Eine Teichoskopie mit freien Texten von gefangenen Menschen nach Motiven aus
„Der böse Geist Lumpazivagabundus oder Das liederliche Kleeblatt“
von Johann Nepomuk Nestroy
Ein Hörspaziergang / Häfentheaterprojekt digital

„Wir sind seit 12.204 Tagen hinter diesen Mauern, 339 Jahre alt und von unserer nächsten Chance eine Unendlichkeit entfernt. Ihr Vagabunden und anderen Herumtreiber: Wir können euch berichten von Sternenbildern tief aus der Nacht, warnen vor Kämpfen vor und hinter unseren Mauern, erzählen von Feen, die uns mit Liebe oder Geld vor der Einsamkeit zu bewahren versuchen. Um uns kreisen Millionen, nein, unendlich viele Geschichten. Sie tun es den Kometen fast gleich, hängen irgendwo in der Luft herum, bis sie ungefragt und unvorhergesehen plötzlich auf uns herabfallen und uns verändern.“

„Teichoskopie“ (dt. Mauerschau) bezeichnet im antiken Drama den Bericht von etwas, das auf der Bühne nicht gezeigt werden kann. Genau dieses Prinzip macht sich dieser im Lockdown entstandene Hörspaziergang zunutze: Er führt an der Außenmauer des „Häfn“ entlang und lässt von innen berichten.

Der Parcours kann ab dem 7. Oktober 2021 selbstständig rund um die Gefängnismauern der Justizanstalt Karlau begangen werden. Dauer ca. eine Stunde, individuell verlängerbar. Start- und Endpunkt sind an der Haupteinfahrt der Justizvollzugsanstalt in der Hergottwiesgasse 50, 8020 Graz. Die nächstgelegene Straßenbahnhaltestelle zum Startpunkt ist die „Lauzilgasse“ (Tram Nr. 5).

Wie funktioniert es?

Mit Ihrem mobilen internetfähigen Endgerät (Smartphone oder Tablet) können Sie den Hörspaziergang vor Ort zu jedem beliebigen Zeitpunkt mit einem QR-Code beim Startpunkt gratis abrufen. Sie folgen dann einer Erzählstimme, die Sie von Station zu Station, von einem Text zum nächsten leitet. Kopfhörer nicht vergessen!

Bei Fragen, wenn Sie kein Smartphone besitzen oder den Ort nicht persönlich aufsuchen können: Kontaktieren Sie uns gerne: josef.riedl@justiz.gv.at

Die Premiere ist am 07. Oktober 2021 um (voraussichtlich) 15.00 Uhr, Treffpunkt an der Mauer bei der Haupteinfahrt der Justizvollzugsanstalt Karlau mit anschließender Möglichkeit zum informellen Austausch und Beisammensein im Besucherzentrum der Karlau; bitte beachten Sie die aktuellen Covid-Schutzmaßnahmen (3G-Regel). Eine Anmeldung ist unter josef.riedl@justiz.gv.at notwendig!

Konzept und künstlerische Leitung: Julia Gratzer
Produktionsleitung: Josef Riedl
Mit: Josua, Florian, Marcel E., Helmut, Anton, Markus, Martin, Christian aus der Justizvollzugsanstalt Karlau und Benedikt Kaiser

Lektorat der freien Texte: Thomas Perle

Sounddesign und technische Umsetzung: Elisabeth Frauscher

Supervisorin: Maria Schönherr

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